Vom Fahrrad bis zur Literatur: Wie sich das Reisen im Freizeitbereich neu definiert

Reisen bedeutet heute weit mehr als Fortbewegung. Angesichts einer zunehmend knappen und bewusst gestalteten Freizeit gewinnt die Frage an Bedeutung, wie Zeit genutzt wird. In diesem Kontext wurde Freizeit 2026 heute Morgen feierlich in der Messe Bozen eröffnet. Das Thema Reisen wurde bei dieser Gelegenheit als Spiegel aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen in den Mittelpunkt der Eröffnungsbeiträge gestellt.

„Die Veranstaltung bildet die zentralen Trends der Freizeitgestaltung über ihre verschiedenen Ausstellungsbereiche ab“, erklärt Andrea Cappello, Vizepräsident der Messe Bozen, bei der Eröffnung der 48. Ausgabe. „Gerade das Reisen ist eine der sichtbarsten Ausdrucksformen neuer Freizeitgestaltungsmodelle. Unsere Aufgabe ist es, dem Publikum konkrete Orientierung in diesen neuen Ansätzen zu bieten.“ An der Eröffnung nahmen auch der Bozner Bürgermeister Claudio Corrarati sowie Jasmin Franceschini teil, Initiatorin des Solidaritätsprojekts #RideforMOMO. Ihre Fahrradtour von Bozen nach London – über 1.600 Kilometer durch acht Länder – entstand zur Unterstützung der Organisation MOMO für pädiatrische Palliativversorgung und steht exemplarisch für eine Form der Freizeitnutzung, die Aktivität, persönliche Motivation und einen weitergehenden Anspruch miteinander verbindet.


„Die neuen Reisetrends verbinden persönliche Weiterentwicklung, sportliche Herausforderungen und manchmal auch einen guten Zweck. Auf Freizeit finden Besucher Ideen, Angebote und Inspirationen für ein zeitgemäßes Verständnis des Reisens“, betont Thomas Mur, Direktor der Messe Bozen. Der Bereich Camping & Caravan, mit rund 3.500 m² Ausstellungsfläche und über 40 nationalen und internationalen Marken, verdeutlicht die zunehmende Verbreitung unabhängiger Reiseformen, die von dem Wunsch nach Freiheit und unmittelbarem Naturerlebnis geprägt sind. Parallel dazu zeigt der Bereich Holiday eine zunehmende Differenzierung der Destinationen: von den Kanarischen Inseln über die vielfältigen Küsten Kroatiens bis hin zu näher gelegenen Regionen wie Oberbayern, Emilia-Romagna oder den Abruzzen. Auch der sogenannte Slow Tourism gewinnt an Bedeutung: Wander- und Pilgerwege sowie andere Formen des langsamen Reisens werden verstärkt von jenen gewählt, die ein unmittelbares Erleben der Landschaft, nachhaltigere Rhythmen und eine bewusstere Form des Reisens suchen und diese häufig mit kulturellen Erfahrungen integrieren. In diese Perspektive fügt sich auch der Beitrag von Stefania Gander ein, Gründerin von Gander Books und Mitorganisatorin von BookHive, der neuen Südtiroler Buchmesse für das unabhängige Verlagswesen. Gander sieht Literatur als eigenständige Form des Reisens und als Möglichkeit, Orte, Geschichten und Perspektiven zu erschließen und den Begriff des Reisens über die physische Bewegung hinaus zu erweitern.

Bis Sonntag, 19. April, lädt Freizeit 2026 dazu ein, unterschiedliche Zugänge zum Reisen und zur Freizeitgestaltung zu entdecken. 270 Aussteller präsentieren ein breites Spektrum an Angeboten. Die Messe ist täglich von 9.30 bis 18.30 Uhr geöffnet, der Eintritt ist am Donnerstag, 16., und Freitag, 17. April, frei. In diesen Tagen ist zudem ein verlängerter Besuch bis 22 Uhr im Bereich Streetwood – Food & Music Festival möglich. Am Wochenende ermöglicht das Online-Ticket die kostenlose Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel für die Anreise aus ganz Südtirol.

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