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28/06/2018

Biologischer Apfelanbau zentrales Thema beim Interpoma-Kongress

Am zweiten Tag des traditionellen Kongresses „Der Apfel in der Welt“, der am 15. und 16. November im Rahmen der Interpoma stattfindet, dreht sich zu Beginn alles um den biologischen Apfelanbau. Fritz Prem vom Branchenverband Europäisches Bioobst-Forum stellt interessante Prognosen vor.

„Nachhaltigkeit im Apfelanbau: Bio und integrierte Produktion“ – so lautet der Titel der Vormittagsveranstaltung am 16. November beim Kongress „Der Apfel in der Welt“. Dieser internationale Kongress findet alle zwei Jahre im Rahmen der Interpoma statt, der einzigen internationalen Fachmesse zum Thema Apfel, die vom 15. bis 17. November in der Messe Bozen abgehalten wird.

Auf dem Kongress werden verschiedene Aspekte des modernen Apfelanbaus und seiner Perspektiven angesprochen, sowohl aus landwirtschaftlicher als auch aus technischer Sicht. Die Vorträge am Vormittag des zweiten Kongresstages werden sich um die Themen Bio-Produktion und integrierte Produktion drehen. Zu Beginn wird Fritz Prem vom Europäischen Bioobst-Forum sprechen, der einige Monate vor dem mit Spannung erwarteten Interpoma-Kongress einen Überblick über den Bio-Apfelanbau und seine Entwicklungsperspektiven gibt.

„Im internationalen Vergleich“, erläutert Prem, „sind Europa und Nordamerika die Hauptmärkte mit einem besonders starken Wachstum im Bio-Segment. In den übrigen entwickelten Ländern spielen Nachhaltigkeit, Schutz der Ressourcen und ökologische Verantwortung noch eine weniger wichtige Rolle. In Europa sind Deutschland und Frankreich die größten Abnehmer für Bio-Äpfel. Aber auch in Skandinavien, Österreich, Italien, Großbritannien und seit kurzem auch Spanien entwickeln sich die Märkte für Bio-Produkte sehr positiv.
Bei der Produktion von Bio-Äpfeln hingegen liegt Italien europaweit an der Spitze (die meisten Umstellungen auf Bio-Produktion gibt es übrigens in Südtirol) gefolgt von Deutschland und Österreich.“

Prem nutzt die Gelegenheit für einige interessante landwirtschaftliche Erläuterungen: „Für die Bio-Produktion benötigt man kräftige und robuste Apfelsorten. Der Anbau von Bio-Äpfeln stellt überdies eine langfristige Investition dar, denn die Umstellung dauert mehrere Jahre. Topaz, Bonita und Natyra mit ihrer Resistenz gegen Schorfflecken eignen sich am besten für den biologischen Anbau, aber auch mit Gala und Pinova liefern in dieser Hinsicht gute Erfolge.“

Prem führt weiter aus: „Die Bio-Produktion wächst derzeit vor allem in Ländern mit hoher Kaufkraft. Gerade in diesen Märkten sehen wir, dass der Bio-Sektor seine Nische verlässt und für größere Verbrauchergruppen attraktiv wird. Bedenken Sie, dass in Österreich bereits mehr als 10 % der gesamten Käufe auf das Bio-Segment entfallen und es in den wichtigsten Märkten bereits 5 bis 7 % ausmacht – Tendenz steigend. Diese Nachfrage führt auch zu einer vermehrten Umstellung auf biologische Produktion.“

Schließlich äußert sich Prem auch zur Zukunft des biologischen Apfelanbaus und zu den Herausforderungen, vor denen dieser steht: „In ganz Europa nehmen Forschung und Tests im Bio-Segment zu. Das Know-how der Erzeuger vergrößert sich schnell und dieser Prozess wird durch den internationalen Erfahrungsaustausch noch beschleunigt. Probleme, die bei der Produktion auftreten, können so leichter gelöst werden. Vitalität und Robustheit der Pflanzen sind Eigenschaften, die bei neuen Anbauprogrammen eine wichtige Rolle spielen. Es ist daher damit zu rechnen, dass regelmäßig neue, verbesserte Sorten auf den Markt kommen. Eine große Herausforderung bei der Bio-Produktion ist das Bodenmanagement: die Wechselwirkungen zwischen Bearbeitung, Bepflanzung, Erwärmung, Belüftung, Mineralisierung und Verdunstung spielen eine zunehmend wichtigere Rolle.“

Der Kongress „Der Apfel in der Welt“ findet am 15. bis 16. November im Rahmen der Interpoma in der Messe Bozen statt.