|
Der erste Prototyp des Klima-Fertighauses, das in Notländern und Katastrophengebieten zum Einsatz kommen soll, wird während der diesjährigen Fachmesse Klimahaus in Bozen präsentiert.
„Steigende Energiekosten sind nicht nur ein Problem der wohlhabenden Länder, vor allem die ärmeren Bewohner dieser Erde können mit dieser Entwicklung nicht mehr Schritt halten, Energiekosten sind für sie nicht mehr erschwinglich“ so Landesrat für Umwelt der Autonomen Provinz Bozen Michl Laimer.
Das Südtiroler Know How in Sachen Klimahäuser kommt seit neuestem auch bei der Konzeption und Errichtung des ersten „Klimafertighauses“ zum Zug.
UNEP (UN-Environmental Program) und das evangelischen Kloster Loccum – (Niedersachsen) haben sich zum Ziel gesetzt, das Klimahaus Südtirol als alternative Bauweise für Afrika zu etablieren. Eine wichtige Voraussetzung für die Initiatoren dieses Projektes ist jedoch, dass Südtirol diese Gebäude zertifiziert. Im Programm steht in den nächsten Jahren die Errichtung von bis zu 1.000 solcher Klimafertighäuser.
Das derzeitige „African Sustainable House“, wie es auch genannt wird, muss folgende Kriterien erfüllen:
- es muss ein Einfamilienhaus mit Innenunterteilung sein
- es muss eine menschenwürdige Wohneinheit sein
- es muss kostengünstig in der Anschaffung sein (4.000 – 5.000€) für ca. 50-60 m²
- es muss kostengünstig im Erhalt sein
Aufgrund dieser Vorgaben entwickelte Firma Salzgitter AG in Niedersachsen das Konzept für das „Klimafertighaus“. Das Klimafertighaus besitzt sehr gute thermische Dämmungseigenschaften für Wärme und Kälte. Weiters kann es sehr kostengünstig her- sowie aufgestellt werden, da die Fertigteile im Baukastenprinzip kombinierbar sind.
Die weitere Entwicklung des Gebäudes wird vom Land Niedersachsen und vom Land Südtirol wird nach der Zertifizierung des „Klimafertighauses“ durch die KlimaHaus Agentur Südtirol vorangetrieben. Der nächste Schritt dieses Projektes beinhaltet die Weiterentwicklung des Rohlings zum installationsfertigen Haus bzw. die Vorbereitung der nötigen hygienischen Einrichtungen, Wasser, Abwasser, Energie sein.
Das auf- und abbaubare Fertigklimahaus kann als Gebäude für neu errichtende Siedlungen eingesetzt werden, jedoch kann es in Zukunft in Katastrophengebieten auch die bisher üblichen Zelte ersetzen. Der Prototyp des Klimafertighauses kann vom 25. bis zum 28. Januar auf dem Messeplatz besichtigt werden.
Bozen, 19. Jänner 2007
|